Willkommen am Fachbereich

Dogmatische Theologie hat die Aufgabe, die Sinngehalte des christlichen Glaubens zusammenhängend darzustellen und im Blick auf die Fragen der Gegenwart zu erschließen.
Um diese Aufgabe angemessen wahrzunehmen, muss sie sich zunächst um eine möglichst ursprungsgetreue Darstellung des Glaubens bemühen. Hierzu greift sie auf die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung zurück und schließt an die großen theologischen Entwürfe der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit an.

Dennoch kann Dogmatische Theologie nicht einfach wiederholen, was andere Epochen vorgedacht haben. Sie muss daher die Sinngehalte des Glaubens für heute zeitgemäß erschließen.
Dazu bedarf es einer wachen Zeitdiagnostik und einer angemessenen Denkform. Das zeitdiagnostische Sensorium kann in den pluralen Lebenswelten der späten Moderne durch das Gespräch mit anderen Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch mit der Gegenwartsliteratur ausgebildet werden. Für die Ausarbeitung einer konsistenten Denkform, in der sich die Inhalte des Glaubens systematisch zur Darstellung bringen lassen, ist das Gespräch mit der modernen Philosophie wesentlich.

Diesem Aufgabenprofil entsprechen Schwerpunkte der Arbeit an unserem Fachbereich:
Die Poetikdozentur „Literatur und Religion“, einzigartig im deutschen Sprachraum, bietet Gelegenheit, mit zeitgenössischen Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kommen. Sie schult das Sensorium für Sprache und schärft die Wahrnehmung für religionsaffine Suchbewegungen der Gegenwart. Der vom Fachbereich initiierte fakultäre Forschungsschwerpunkt „Christliche Identität in der Moderne“ beleuchtet die weitreichenden Transformationen des christlichen Glaubens in der Moderne und versucht die daraus erwachsenden Herausforderungen produktiv zu verarbeiten. Schließlich ist das Thema „Religion und Gewalt“, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine neue Sichtbarkeit erhalten hat, Gegenstand eines drittmittelfinanzierten Forschungsprojekts. Dieses untersucht die Frage nach der potentiellen Gewaltträchtigkeit von Religion, die insbesondere durch die Arbeiten Jan Assmanns aufgeworfen wurde.