Goals

Die in der Projektbeschreibung angedeuteten Fragekreise berühren das Gebiet der Bibelwissenschaften  und das Gebiet der Dogmatischen Theologie gleichermaßen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der alttestamentlichen Bibelwissenschaft und der Dogmatischen Theologie ist bei dieser Thematik innovativ. Bisher liefen die Stränge der Assmann-Diskussion in den theologischen Disziplinen separat, was von einigen Diskursteilnehmern zu Recht bemängelt wurde (z. B. Klaus Müller).

 

Darüber hinaus soll aus dem Projekt „Monotheismus unter Gewaltverdacht“ eine innovative interdisziplinäre Forschungsgruppe hervorgehen, die auch den religionswissen­schaftlichen, philosophischen, interreligiösen und kirchengeschichtlichen Aspekt des Themas „Monotheismus und Gewalt“ behandelt. Exemplarisch sei verwiesen auf die Diskussionen um das religiöse Gewaltpotential im Islam und mit dem Islam – dabei spielt die Hermeneutik religiöser Texte (Koranhermeneutik/Biblische Hermeneutik) eine Schlüsselrolle.

 

Eine intensive Beschäftigung mit Jan Assmanns Arbeiten kann zu einer Sensibilisierung für die Thematik „Monotheismus und Gewalt“ beitragen. Mit Blick auf die Globalisierung des Terrorismus und die zunehmende Politisierung von Religion, ist die Erschließung des gewaltkritischen, humanisierenden Potentials der monotheistischen Religionen von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Assmanns Kritik am biblischen Monotheismus kreist um die Frage der Legitimität von Wahrheitsansprüchen im Horizont einer angestrebten friedlichen Koexistenz von Religionen und Weltanschauungen. Ernsthaft in einen Dialog eintreten zu wollen, bedeutet immer, sich einer Spannungssituation auszusetzen und diese auszubalancieren: Wie kann der „Andere“ in seinem Anders-Sein als Dialogpartner wahrgenommen und anerkannt werden, ohne dass das eigene religiöse Selbstverständnis relativiert werden muss? Das Forschungsprojekt „Monotheismus unter Gewaltverdacht“ will diese Zusammenhänge in Auseinandersetzung und Kooperation mit Jan Assmann weiter bedenken und entscheidende Beiträge zur systematisch-theologischen Forschung sowie dogmatischen Grundlagen von (katholischen) Dialogkonzepten leisten.