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Gastvortrag von Jan Assmann am 7. April 2016

Der renommierte Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler Jan Assmann beschäftigt sich seit vielen Jahren in gedächtnisgeschichtlicher Absicht mit der Mose-Figur und der Genese des biblischen Monotheismus. Seine Werke „Moses der Ägypter“ (1998), „Die Mosaische Unterscheidung“ (2003), „Religio duplex“ (2010) und jüngst „Exodus“ (2015) wurden weit über die Fachgrenzen der Ägyptologie hinaus wahrgenommen und kontrovers diskutiert. In seinem Buch „Thomas Mann und Ägypten“ (2006) zeichnet Assmann anhand der Joseph-Romane (1926–1943) die Epoche machenden religions- und kulturwissenschaftlichen Einsichten Thomas Manns nach. Dessen 1943 im amerikanischen Exil verfasste Novelle „Das Gesetz“, die das Exodusgeschehen literarisiert und in enger Beziehung zu den Joseph-Romanen steht, kann als programmatischer Kontrapunkt zu „Hitlers Krieg gegen das Sittengesetz“ gelesen werden. Hier wird der Dekalog ausdrücklich als „Fels des Anstandes“, als „ABC des Menschenbenehmens“ gewürdigt. Er bildet die Grundlage einer universalen Moral, die der nazistischen Ideologie, in der wieder das Recht des Stärkeren gelten sollte, gegenübergestellt wird.

 

Die Novelle „Das Gesetz“ stand im Zentrum des Gastvortrags von Jan Assmann. Im Anschluss an den Vortrag hatten die Hörerinnen und Hörer die Gelegenheit, mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen und ihre Fragen zu stellen.

 

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